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Tobias Lange in
"Kater in Hotels"
'Kater in Hotels I'
Ein Fortsetzungsprojekt in drei Teilen
von Robin Arthur und Gesine Danckwart (2003-2004)

Die 'NRZ' schrieb dazu am Freitag, 7. November 2003:

VERGÄNGLICH WIE SCHNEEKRISTALLE

Mit "KATER IN HOTELS" präsentieren Gesine Danckwart und Robin Arthur "Werk-Stücke": verspielt, einfach und manchmal lustig.


In den Kammerspielen (FFT) gastiert zur Zeit der zweite Teil der in Koproduktion mit den Sophiensaelen und Forum Freies Theater entstandenen Trilogie "Kater in Hotels". Gesine Danckwart, erfolgreiche Autorin mehrerer quer durch Deutschland gespielter Stücke (mit "Summerwine" begann sie 2001 ihre Koproduktion mit dem FFT) und Robin Arthur, englischer Performer und Gründer von "Forced Entertainment", haben sie im Laufe von drei Monaten erarbeitet, oder besser: entstehen lassen.

Textbausteine werden ausgestellt

Denn "Kater in Hotels" ist eigentlich kein "Theater-Stück". Nur zwei Wochen haben sich die Künstler für die Entwicklung des Rohmaterials eines jeden der drei Teile gegeben. Textbausteine liegen nun bereit, werrden einzeln oder in kleinen Bündeln auf die Hobelbank gespannt, bearbeitet vor und dem Publikum ausgestellt.

Vor einem roten Samtvorhang präsentieren Danckwart und Arthur gemeinsam mit Lajos Talamonti und Tobias Lange ihre "Werk-Stücke", abwechselnd, einer den anderen sich nach vorne spielend oder freiwillig in den Hintergrund tretend. Treffen tun sie sich eigentlich nie. Leise steigen ihre Worte auf, setzen sich auf unsere Nasen, kitzeln ein wärmendes Lächeln heraus. Entspannend wie Mau-Mau-Spielen mit alten Freunden. Und: wenn man sich treiben lässt, begegnen einem wunderschöne Sprachgebilde. Wie Schneekristalle, klein perfekt, vergänglich. Man hört ihnen zu, will sie fassen - schon sind sie geschmolzen auf der Hand. Zurück bleibt Erinnerung und ein wenig Wasser. Unsentimental plätschert es vorbei. - Und dann: "sagen wir einfach Stop: 'Stop." Und gehen. - Ruth Heynen



Vorstellungen von "Kater in Hotels" gab es
in den Sophiensaelen in Berlin
im 'Forum Freies Theater' in Düsseldorf
im Kleistforum in Frankfurt/Oder
eine Produktion von Danckwarth & Arthur und Sophiensaele Berlin
'Kater in Hotels I'

Die "taz" schrieb nach dem ersten Teil von 'Kater in Hotels':

"Ich als Stehleuchte"

"Kater in Hotels" von Gesine Danckwart & Robin Arthur ist in den Sophiensælen in die erste Nacht gestartet


Die Arbeit an der Optimierung des Selbst scheint mal wieder gegen die Wand gefahren. Nun stehen sie da, drei Männer und zwei Frauen in der ersten Nacht von Gesine Danckwarts und Robin Arthurs Trilogie "Kater in Hotels". Auf Betten oder an der Bar betrachten sie, was übrig blieb vom Versuch, ein anderer zu werden. "Ich muss jetzt niemand Besonderes mehr sein, ich muss nicht mehr erkannt werden, ich mach jetzt mehr so in den Dingen", sagt eine junge Frau. Später setzen zwei Männer Lampenschirme auf und tarnen sich als Stehleuchte. Ist das die Zukunft - unauffällig werden wie Hotelzimmerbilder auf Eschefurnier?

"Kater in Hotels" ist ein Projekt des englischen Performers Robin Arthur von der Gruppe Forced Entertainment und der Autorin Gesine Danckwart. Sie haben Textbausteine entwickelt und Spielsysteme überlegt, die nun mit wechselnden Besetzungen aufgefüllt und zum Ende des Probenmonats aufgeführt werden. Angenehm oszillierte der erste Teil zwischen Theater und Performance: "Heute denken wir uns den Fluss aus, heute fädeln wir den Faden ein." So doppeldeutig beschrieben die Sätze oft nicht nur die Entwürfe zum Subjekt, sondern markierten zugleich den Prozess der Entstehung des Abends selbst.

"Und auf einmal bricht die Liebe ein, ach ja, und bohrt sich durch Panzer und ruft nicht an." Von ganz weit hinten kommt dieser Text durch den Saal, streift wie eine Katze an der Bar vorbei, wiederholt sich, kreist um die Pfeiler und verliert sich irgendwo vorn. Das sind keine Rollen, die gespielt werden, das lässt sich eher Einstellungen vergleichen, im Rückblick und im Zeitraffer. Ein Stückchen Text wird hin und her gewendet wie ein alter Mantel, zum Hineinkriechen und Ablegen. Daneben taucht schon die nächste Einstellung auf, diesmal Nahaufnahme: Der rührt sich nun nicht vom Fleck beim Reden, und man glaubt ihm die Beklemmung. "Dieser verbitterte Zug, wenn ich zu viel arbeite, was mit diesem Gesicht passiert, und zack, ist wieder ein anderer vorbei, weil er so locker". Und in gnadenloser Selbstbeobachtung liefert er sich dem Publikum aus und vertraut sich an.

Das Flüchtige eines sich verändernden Textes kommt den beschriebenen Situationen entgegen. Inhalt und Aufführung stehen sich ein wenig unsicher gegenüber - das trägt in diesem Fall zur Durchlässigkeit bei. Nicht zuletzt lebte der erste Abend von den guten Performern (Alexandra Schmid, Mariel Jana Supka, Tobias Lange, Lajos Talamonti, Robin Arthur), die den Raum um sich immer weit und für Veränderung offen liessen. " (KATRIN BETTINA MÜLLER - copyright taz)


Tobias Lange 'Kater in Hotels'

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