1999 bis 2007:
Tobias Lange
als Collaborating Artist von
Forced Entertainment
in den Stücken
Who Can Sing a Song to unfrighten me
And on the Thousenth Night
First Night
The Voices
Bloody Mess
Neulich in Toulouse:
Am 24., 25. und 26. Mai 2007
Tobias Lange in "Bloody Mess"
von Forced Entertainment
im Theatre Garonne, Toulouse
2000 bis 2005
Tobias Lange als Superhero
in
"THE VOICES"
von Tim Etchells
A man fantasies about himself as a super-hero
A woman dwells on a perfect death and the funeral to follow
A man imagines the life he'll lead as a rock-cum-rap star
A woman dreams og going into space
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Based on a series of enventive, moving and comical of stream-of-consciousness
texts, THE VOICES is a ground-breaking project for Forced Entertainment who
steps sideways from their usual patch of improvisation and hectic spectacle
to experiment with the simplest of dramatic forms - the monologue. Comprising
nineteen texts by Tim Etchells, THE VOICES plays one 'character' after another.
Poetical, tangled, ironic, articulate, THE VOICES is a portrait of contemporary
aspiration and desires - from the predictable and the clichéd to the extraordinary
and unexpected.
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Bisherige Vorstellungen der "Voices":
Prater der Volksbühne Berlin
"Warwick Arts Center", Warwick (GB)
"Lyceum", Sheffield (GB)
"Tramway", Glasgow (GB)
"Riverside Studios", London (GB)
***** ***** *****
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Die Süddeutsche Zeitung schrieb im Januar 2003 zu den Vorstellungen im Prater der Volksbühne Berlin:
Call-a-Leben
Die britischen Performer von Forced Entertainment geben ihre
Antrittsvorstellung im
Prater der Berliner Volksbühne mit "The Voices"
Hat eigentlich schon mal jemand festgestellt, dass die
Showtreppe des Fernsehens sich längst in eine
Apfelsinenkiste zurückverwandelt hat? Je
öffentlicher das Private wird, desto privater wird
umgekehrt das öffentliche das beweist das
exhibitionistische Talk-TV jeden Mittag. Tim Etchells, Kopf
der britischen Live-Artisten von Forced Entertainment,
weiss, wie sehr die Wahrnehmung des Theaters
mittlerweile geprägt ist durchs Fernsehen, und darum
hat er sich der Apfelsinenkiste erinnert: als Urzelle der
confession show.
Im Prater, der Nebenspielstätte der Berliner
Volksbühne, stellen sich nacheinander vier Frauen und
vier Männer auf einen Stuhl aus Rohrmetall wie die
Volksredner vom Speaker's Corner im Londoner Hyde Park
und erzählen, acht Mal zehn Minuten lang, einen
Wunschtraum, als wär s ihre persönliche UN-
Resolution.
Der Erste erträumt sich ein Leben als Pop-Star, und
seine ganze Welt wird dabei zur Spielkonsole, die Fakt und
Fake verflimmern lässt. Alles und alle sind
manipulierbar; ein Mausklick genügt, und der digitale
Profiler der Wunschmaschine macht aus der Brünetten
eine Blondine - jeder ist anpiep- und also
verfügbar in dieser virtuellen Realität der
Samples und Cyborgs: Call-a- Leben jeder Moment ein
multioptionaler Knotenpunkt. Nur der Tod ist aus dem Traum
verbannt und der Schlaf. Bei Frustrationen wird einfach die
Reset-Taste gedrückt, und das Programm startet neu. Es
ist der Traum eines Traumlosen, der vor dem inneren
Bildschirm ins Transhumane hin bergedämmert ist,
jedoch beharrlich beteuert, der Starruhm sei ihm nicht zu
Kopf gestiegen. Der Joystick dient hier als
Wünschelrute.
Schauspieler als Schausprecher
Und auch beim Nächsten heisst Träumen im
Grunde nur Programmieren. Ein Erfinder leidet unter
Kontrollzwang; die Welt zu verbessern, bedeutet ihm vor
allem, sich selbst optimal zu konditionieren: alles eine
Frage der Medikation. Wie ein Hypnotisierter, der aus der
Trance erwacht, steigt der Mann vom Stuhl, und sein Blick
erlischt, als verfügte seine Seele über einen
Bildschirmschoner.
Dann träumt eine Frau vom erstatteten Verlust ihrer
Liebe wie von einer Gutschrift; stockend und reduziert
spricht sie, als wäre sie klinisch ruhig gestellt,
ein anderer wieder wird in seinem Traum kosmisch verstrahlt und
mutiert dadurch zum Superhelden mit
übernatürlichen Kräften. Aus dem nerd wird
ein master of the univers so stark, dass er sogar
der Angst selbst Angst einzujagen vermag.
Etchells, der diese acht Mini-Monologe für
Schausprecher geschrieben hat, scheint programmatisch die
minimalistische Form eines Talk-Theaters gewählt zu
haben. Das Debüt seiner Truppe Forced Entertainment
aus dem nordenglischen Sheffield, die nun an der
Volksbühne einen künstlerischen Nebenwohnsitz
gefunden hat, hinterlässt den Eindruck, als habe er
eine stilistische Handschriftenprobe abgeben wollen, die
zeigt, wie schnörkellos ein starker Eindruck sein
kann.
Bislang haben er und seine Kombattanten vor allem auf den
internationalen Festivals das Publikum erobert mit
Stücken, die auf die ars povera eines humanoiden
Puppentheaters setzten und auf die Macht kindlicher
Rollenspiele als Abwehrzauber, mit dem man die bösen
Geister vertreibt. Nun, im Prater, vertrauen die
Zwangsunterhalter und ihre special guests
vollends auf ihre Qualitäten als Sprechaktionisten
und auf alle Mühseligen und Heruntergeladenen
wirkt die Reizunterflutung so wohltuend wie eine
Entschleunigungskur.
Zumal hier avanciertes Theater nicht magenbitter und
kopfzerbrechlich ist, sondern von zeitgenössischer
Direktheit und entkrampfendem Witz. Und das nicht nur, wenn
ein loser davon träumt, ein loner zu sein und sich
hineinfantasiert in die Gin-Fizz-Melancholie eines
Chandler'schen private eye, aber eben doch nicht so
hartgesotten ist wie das Vorbild. Oder ein Mädchen
sich nekromantisch ausmalt, wie es wäre, als Engel dem
eigenen Begräbnis zuzusehen, wobei kein Detail
melodramatisch genug sein kann. Oder eine Frau von einer
Alabasterhaut träumt und davon, dass das ganze Leben
einfach bigger than life sei. Die Träume aller Figuren
kommen vom Fliessband der Traumfabrik Hollywood, aber
gerade weil die eigene Imagination enteignet ist,
überlagert von den Images einer klischierten
Innerlichkeit, kann das Kino zum Souffleur
unterdrückter Sehnsüchte werden.
Die Maske verrät mehr über die Figuren als das
ungeschminkte Gesicht. Indem Tim Etchells die Stereotypen
umbesetzt, kann er sie zur indirekten Charakterisierung
benutzen. Zwischen den Szenen steigt er selbst auf den
Stuhl, hält ein Pappschild in die Höhe, worauf
die Dauer der eingespielten Pausenmusik geschrieben ist,
als würde er die Schwarzblende personifizieren vor dem
nächsten Kontakt-Clip. Denn einsam sind sie alle,
gebannt in Zeitfenster von acht Mal zehn Minuten. Eine
kleine Ewigkeit. Und grosses Theater.
CHRISTOPHER SCHMIDT
Copyright Süddeutsche Zeitung
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Tobias Lange spielte in dem Stück "First Night"
von Forced Entertainment in sämtlichen Vorstellungen des Jahres 2002.
London Aarhus Wien
Brüssel Hannover Frankfurt.
Tobias Lange
in
"FIRST NIGHT"
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Die Süddeutsche Zeitung (online-Version) schrieb über dieses Stück anlässlich des
Spielart-Festivals dazu am 22.11.2001:
Forced Entertainment: "First Night" - eine eigenwillige Revue-Parodie
aus Grossbritannien
Gute "forcierte Unterhaltung" mit der Revue-Parodie "First Night" in der
Muffathalle.
Revue-Theater: Artisten auf der Bühne, Entertainer, die das Publikum
amüsieren, zum Lachen bringen. Profis der leichten Unterhaltung, deren
Sketche und Witze von der Leichtigkeit leben, mit der sie präsentiert
werden.
Die britische Theatertruppe "Forced Entertainment" hat sich dieses
Konzept ausgesucht - und es konsequent gebrochen. Wenn die acht
Unterhalter - fünf Männer, drei Frauen - auf der Bühne erscheinen, wirkt
nichts leicht. Voller Angst stehen sie da, steif das Rückrat, gefroren das
massive Grinsen mit gebleckten Zähnen. Das Publikum ahnt, dass bei
dieser Aufführung einiges schief gehen wird. Diese Ahnung wird voll und
ganz erfüllt.
Aberwitzige Todesarten
Schon bei der massiven Begrüssung muss einer der Mitspieler im
Schwitzkasten auf die Bühne geholt werden. Während er seine
Willkommens-Worte stammelt, zeigen die anderen weiterhin Zähne.
There is no business, like showbusiness.
Weiter geht’s. Die acht versuchen sich als Hellseher. Zunächst die
Augen mit einer schwarzen Binde verschlossen, werfen sie ihre
Vorhersagen ins Publikum. Nettigkeiten zuerst, bis es ernst wird.
Krankheit und Tod mehren sich. Und immer aberwitziger werden die
Todesarten, die für einen aus dem Publikum geweissagt werden, Nur
ab und zu fällt zu Beruhigung ein "old age" dazwischen. Die Stimmen
bleiben dabei gleichmässig sanft, fast liebevoll. Eine Brechung zum
harschen Monolog. Das Publikum hängt den Artisten gespannt an den
Lippen, die das nächste Desaster vorhersagen.
An den Füssen von der Bühne
Das "Forced Entertainment"-Ensemble kommt ohne Dekoration aus.
Eine leere Bühne, abgeschlossen von roten Samtvorhängen, vermittelt
die miefige Plüschatmosphäre altmodischer Nachtclubs. Einzige
Farben bringen die Glitzerkleidchen der drei Ladies. Die Männer sehen
in ihren hellen Jackets mit dunklen Hemden wie abgehalfterte Mafiosi.
Die Truppe müht sich redlich, fast könnte sich Mitleid einstellen, doch da
wird wieder gebrochen. Eine Mitspielerin bricht in herbe Eigenkritik aus.
„Improvisation on the lowest level possibel“ schreit sie dem Publikum
und ihren Mitspielern zu. Doch „business as usual“, mit gebleckten
Zähnen wird sie von den Kollegen an den Füßen von der Bühne gezerrt.
The show must go on.
Auch das Publikum bekommt sein Fett ab. Subtil gleiten die
Schmeichelein in die Publikumsbeschimpfung ab. Heute sitzen sicher
keine Schläger und Kinderschänder im Publikum, nicht wahr. Fast
möchte man sich verstohlen umsehen.
Diese monologintensiven Passagen wechseln sich mit skurrilen
Sketchen ab. Was hat der Mann, die Augen mit einer Binde
verschlossen, mit der Säge vor? Seine Partnerin, mit Luftballon behängt,
wartet vergebens auf seinen Einsatz und wird die Luftballons ihrerseits
los.
Ein Abend mit "Forced Entertainment" ist originell und eigenwillig.
Keine leichte Unterhaltung, aber gute allemal. (mogr)
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Tobias Lange
in
"WHO CAN SING A SONG TO UNFRIGHTEN ME"
und
"AND ON THE THOUSANDTH NIGHT"
von Forced Entertainment
in
LONDON MÜNCHEN WIEN ROTTERDAM
GLASGOW KÖLN ZÜRICH
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A line of eight performers, men and women, dressed as Kings and
Queens - cheap red cloaks and cardboard crowns.
A story is told, made up live, dragged from memory. It is a long,
mutating and endlessly self-canceling story. A story which somehow, in
its many dips and turns, seems to include many, if not all, of the stories
in the world... the performance lasts six hours, the public are free to
come and go as they wish.
And On The Thousandth Night remixes everything from film plots, to
religious stories, to traditional tales, jokes, modern myths, through
personal stories, scary stories, love story and sex stories to banal stories,
extraordinary stories and children’s stories. The Kings and Queens
compete, interrupting, exaggerating, taking over each other's stories,
incorporating and moving on.
The tales move between tiredness and hysteria, between absurd
vulgarity and surpassing tenderness. At times some of the Kings and
Queens take a break, sleeping on the floor at the back of the space
whilst their colleagues continue. At ten at night, perhaps, there are
only two kings left speaking, pushing on the tale as one by one the
others come forwards to rejoin the line.
And On The Thousandth Night is a new work for Festival Ayloul in
Beirut. Drawing on one section from Forced Entertainment's epic 24
hour performance Who Can Sing A Song To Unfrighten Me? the
performance explores the live relationship between the story and its
public, between the story and it's tellers, creating a unique theatrical
experience.
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Forced Entertainment
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- last update - 01. März 2009 - zuletzt aktualisiert -
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